Die Kläranlage heute

Das Kläranlage Wolfratshausen stellt in seiner heutigen Form eine Kombination aus einem Jahrhundert Ingenieurerfahrung im Bereich der Abwasserreinigung und modernster Spitzentechnologie im Bereich Energie- und Verfahrenstechnik sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik dar.

Das in der Kläranlage ankommende Abwasser wird zunächst von seinen Grob- und Faserstoffen durch zwei Feinrechen befreit. Anschließend sorgt der Sandfang  dafür, dass mitgeführter Sand entnommen werden kann und nicht bei der weiteren Behandlung Pumpen und Leitungen verschleißt. In den folgenden Vorklärbecken setzen sich im Abwasser befindliche Schwebstoffe zusammen mit dem Überschussschlamm ab. Das abfließende Wasser enthält nun kaum noch Feststoffe, ist aber noch erheblich mit gelöster Verschmutzung belastet. Um diese Substanzen aus dem Abwasser zu entfernen, werden Bakterien zur Abwasserreinigung eingesetzt. In großen, teilweise belüfteten Becken wird das Abwasser mit Bakterienschlamm vermischt. Diese Kleinlebewesen sind in optimaler Weise an das Leben in diesem “Milieu” angepasst und bauen die gelösten organischen Schmutzstoffe in ihre Körper ein. Dabei wachsen sie und vermehren sich, sodass aus gelöster Verschmutzung nun eine wachsende Masse an Bakterienschlamm entsteht, die von Zeit zu Zeit aus dem Reinigungsprozess abgezogen werden muss. In großen, runden Nachklärbecken setzt sich anschließend dieser Schlamm ab. Über die Überlaufkante der Nachklärbecken fließt das Abwasser zunächst in den ganzjährig betriebenen Sandfilter und im Anschluss durch die UV-Anlage (Betrieb von Mai–September).  Hier werden die im Abwasser noch enthaltenen Keime durch Ultraviolettes Licht abgetötet. Das nun entkeimte Abwasser wird in die Loisach eingeleitet. Der größte Teil des Schlammes wird zur nächsten “Mahlzeit” wieder in die Belebungsbecken gepumpt, der überschüssige Rest wird getrennt weiterbehandelt. Zunächst wird der Schlamm in den beiden Faulbehältern unter Sauerstoffabschluss von anderen, anaeroben Bakterien unter Entwicklung von Methangas mineralisiert.

Der ausgefaulte Klärschlamm wird in den Stapelbehältern zwischengespeichert und anschließend in Zentrifugen auf einen Trockensubstanzgehalt von ca. 25 % entwässert.