Von der Gründung bis zur Einweihung der 3. Ausbaustufe

Das 1965 in Betrieb genommene Klärwerk, bestand aus einer mechanischen und einer biologischen Reinigungsstufe. Die  Ausbaugröße betrug  40.000 EW. In den Folgejahren  erfolgte der Ausbau des Hauptsammlers bis nach Geretsried.

Der Anlagenbestand der “1. Generation” umfasste die Abwasser-Behandlungsstufen:

•   Rechen, Sandfang, Vorklärbecken,

•   Tropfkörper mit Nachklärbecken, sowie

•   einen Faulbehälter mit nachge-schalteten  Schlamm-Trockenbeeten.

Ende 1971 übernahm der damalige Bürgermeister von Weidach, Herr Erich Brockard, den Verbandsvorsitz und leitete die Erweiterung des Klärwerkes ein.

Der Bevölkerungszuwachs aber auch die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelzentrums führte dazu, dass die ursprüngliche Ausbaugröße zu klein bemessen war.

Weiterhin wurde die Gemeinde Königsdorf Mitglied des Abwasserverbandes. Die dadurch notwendige Ausbaugröße der Kläranlage wurde in Abstimmung mit den Fachbehörden auf 100.000 EW festgelegt. Das vergrößerte Klärwerk wurde im September 1978 in Betrieb genommen und war für die mechanische und biologische Grundreinigung entsprechend ausgelegt.

Der Anlagenbestand wurde in der “2. Generation” um zwei Belebungsbecken mit zwei Nachklärbecken ergänzt, denen ein Schönungsweiher nachgeschaltet wurde. Ferner wurde ein zusätzliches Betriebsgebäude mit Schaltwarte und zur Schlammbehandlung ein weiterer, gleichgroßer Faulbehälter gebaut.

Unter dem Verbandsvorsitz ab 1978 von Herrn Johannes Schneider wurden 1985 anstelle der alten Schlammtrockenbeete fünf große Schlammbehälter erstellt, die dem Klärwerk die notwendige Entsorgungssicherheit brachten. Aus den immer schärfer werdenden Abwasservorschriften sind unter seinem Vorsitz recht frühzeitig Konsequenzen zur weiteren Verbesserung der Abwasserreinigung gezogen worden. Bereits 1988 wurde dafür der erste Planungsauftrag vergeben.

Für das Betriebspersonal stand aus dem 1. Bauabschnitt ein Klärwärterwohnhaus für zwei Familien zur Verfügung. Da der Klärwerksbetrieb eine intensive Wartung und Betreuung erforderte musste weiteres Personal eingestellt werden. Deshalb wurde ein weiteres Wohngebäude für 2 Familien errichtet. Die Familien der Klärwärter finden moderne Wohnverhältnisse in einer landschaftlich schönen Gegend vor. Gärten und Kinderspielplatz stehen ihnen als soziale Ergänzung zur Verfügung.

Mit den Wahlen im Jahre 1990 übernahm Herr Albert Brunnhuber den Verbandsvorsitz.

In seine Amtszeit fiel der Anschluss der Gemeinden lcking, Egling und Dietramszell, sowie die Fertigstellung der 3. Ausbaustufe der Kläranlage incl. 2 Reihenhäuser und einer Wohnung für weiteres Klärwerks-personal sowie eines Bürogebäudes. Die Bauzeit des 43 Millionen DM–Projektes betrug 4 Jahre.

Das nun fertiggestellte Klärwerk der “3. Generation” repräsentiert in mehrfacher Hinsicht die Zeichen unserer Zeit:

• die zunehmende Bedeutung der Naherholung machte es erforderlich, alle technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Wasser von lsar und Loisach trotz der hohen Besiedelungsdichte und wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Raum in einem Zustand zu erhalten, der den berechtigten Ansprüchen der Erholungssuchenden  gerecht wird.

• das geschärfte Umweltbewusstsein, ausgedrückt in erheblich höheren gesetzlichen Anforderungen an die ReinigungsIeistung der Kläranlagen zwang den Verband zum Handeln.

• die immer geringer werdende Bereitschaft der Bevölkerung, mögliche oder vermutete Risiken für die Gesundheit durch Beeinträchtigung von Luft, Wasser und Boden hinzunehmen, führte dazu, auch bei der Klärschlammbehandlung neue Wege zu gehen.

Die Konsequenz:

• Um ein Maximum an Reinigungsleistung zu erzielen und die Gewässer weitestgehend von fischgiftigen Substanzen sowie Nährstoffen wie Phosphat und Nitrat freizuhalten, wurde die biologische Stufe durch Verfünffachung des Belebungsbeckenvolumens sowie ein drittes Nachklärbecken vergrößert. Der Phosphatgehalt im Abwasser wird durch biologische und chemische Verfahren auf geringste Werte reduziert.

• Die früher praktizierte Ausbringung von stabilisiertem Nass-Schlamm auf Grünland wurde unterbunden. Da auch eine Deponierung von entwässertem Schlamm nicht mehr zulässig war, blieben nur zwei Möglichkeiten, den Schlamm zu behandeln: Die Ausbringung auf Ackerbauflächen oder die thermische Behandlung. Für beide Varianten war zur Verringerung der Transportkosten bzw. als Verfahrensvoraussetzung eine möglichst weitgehende Entwässerung des Schlammes erforderlich. Der Verband entschloss sich dazu, den Klärschlamm mittels einer eigenen Trocknungsanlage auf minimales Volumen zu reduzieren, um sich alle Optionen für die weitere Behandlung offenzuhalten. Dieses neue Trocknungsverfahren gewährleistete durch seine geschlossenen Kreisläufe einen Betrieb ohne Belastung von Mensch und Umwelt.